Hydraulikzylinder sind im Offshore- und Unterwasserbereich unverzichtbar. Ob bei Rohrinstallationen, in Greif- und Rüttelwerkzeugen oder in Unterwasserfahrzeugen – überall dort, wo elektrische oder pneumatische Systeme an ihre Grenzen stoßen, übernehmen Hydraulikzylinder zuverlässig große Kräfte.
In maritimen Anwendungen müssen die Hydraulikzylinder extremen Umgebungsbedingungen widerstehen. Anders als bei klassischen Industrieanwendungen wirken auf diese Zylinder nicht nur hohe mechanische Kräfte, sondern auch eine besonders anspruchsvolle Atmosphäre:
-
Salzwasser und Korrosion
Meerwasser wirkt stark korrosiv, was eine gezielte Materialauswahl und Oberflächenbehandlung erfordert.
-
Dichtigkeit
Unter Wasser muss absolute Dichtheit gewährleistet sein, um sowohl das Eindringen von Wasser als auch das Austreten von Hydraulikflüssigkeit zu verhindern.
-
Druckverhältnisse
Mit zunehmender Wassertiefe steigen die Umgebungsdrücke, was die Dichtsysteme und die Zylinderkonstruktion stark beanspruchen kann.
-
Betriebssicherheit
Unterwasserzylinder müssen auch bei langen Stillstandszeiten zuverlässig arbeiten und dürfen keine Ausfälle durch Festfressen oder Dichtungsversagen zeigen.
Case Study: Hydraulikzylinder für einen Offshore Greifer-Einsatz
Ein Kunde trat mit einer besonderen Herausforderung an ACONA heran: Für den Bau von Windturbinen-Fundamenten und Offshore-Plattformen sollen gewaltige Gründungspfähle im Meeresboden verankert werden. Ein Kernlochbohrer lockert dabei das Material, während ein Unterwasser-Greifer es aus dem Bohrloch entfernt. Zwei Hydraulikzylinder übernehmen die entscheidende Aufgabe, das Greifermaul unter Wasser zuverlässig zu öffnen und zu schließen – eine Funktion, bei der Präzision und Zuverlässigkeit über den Projekterfolg entscheiden.
Während in Tiefen bis etwa 60 Metern noch Seile zum Öffnen und Schließen des Greifermauls eingesetzt werden können, führt deren Dehnung über größere Distanzen zu erheblichen Kraftverlusten. In größeren Tiefen wirken daher Hydraulikzylinder direkt am Kraftangriffspunkt und übertragen die Last ohne Umwege – genau dort, wo sie gebraucht wird. Doch diese Lösung bringt extreme Anforderungen mit sich: In bspw. 200 Metern Tiefe herrschen über 20 bar hydrostatischer Druck, jede Undichtigkeit oder Materialschwäche hätte unmittelbare Auswirkungen. Dazu kommt die korrosive Belastung durch Meerwasser, die höchste Ansprüche an Werkstoffwahl, Dichtungstechnik und Oberflächenschutz stellt.
Engineering-Lösung von ACONA
-
Schutz durch Lackierung
Korrosiv anfällige Stahlbereiche wurden durch eine seewasserfeste Lackierung geschützt, die den Gesamtschutz des Zylinders weiter verstärkt. Kritische Bereiche wurden zusätzlich abgedichtet.
-
Dichtungstechnik - Abstreifer
Wir setzten Hydrolyse-beständige Abstreifer ein, die auch unter erhöhtem Umgebungsdruck zuverlässig funktionieren und das Eindringen von Wasser sicher verhindern.
-
Kolbenstangenbeschichtung
Die Kolbenstange erhielt eine bewährte Nickel-Chrom-Beschichtung, die auch unter stark korrosiven Bedingungen eine gleichbleibende Beständigkeit gewährleistet.
-
Fugenversiegelung
Fugen wurden zusätzlich mit einem maritimen Silikon versiegelt, um jede potentielle Eintrittsstelle für Korrosion auszuschließen.
-
Gelenkkopf
Um Korrosion am stark beanspruchten Gelenkkopf zu verhindern, wurde dieser zusätzlich vernickelt und verzinkt.
Ergebnis
Der von ACONA entwickelte Zylinder wurde erfolgreich für den Unterwassereinsatz in Betrieb genommen. Der Greifer arbeitet nun zuverlässig in 150 m Wassertiefe und widersteht den hohen Belastungen von Meerwasser und Umgebungsdruck.
Mit diesem Projekt unterstreicht ACONA seine Engineering-Kompetenz.
Ob unter Wasser oder unter Tage - ACONAs Hydraulikzylinder überzeugen, wo Präzision und Langlebigkeit gefordert sind.
Kontakt
Was können wir für Sie tun?Ob Hydraulikzylinder-Anfrage, Rohrbearbeitung, Reparatur oder allgemeine Fragen.
Wir beraten Sie gern.